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Claus Mayrhofer Barabbas
Lebensdaten: 1943 Wien - 2009 Bendigo, Australien
Biographie: Claus Mayrhofer stammte aus einer gut bürgerlichen Familie. Er wuchs mit seiner Schwester in einer Döblinger Villa, einem Erbe seiner Mutter, auf. Als Fünfzehnjähriger lernte er Padhi Frieberger kennen. Durch die Begegnung mit Frieberger kam er mit der Wiener Kunstavantgarde-Szene um die Galerie Nächst St. Stephan in Kontakt und lernte Künstler wie Andreas Urteil, Josef Mikl und Arnulf Rainer kennen. Dabei entdeckte er, dass er Künstler sei und verließ fünfzehnjährig ohne Abschluss das Gymnasium.

Er legte sich den Künstlernamen Barabbas zu. Die Malaktion von Georges Mathieu im Theater am Fleischmarkt wurde zum Schlüsselerlebnis für den Jugendlichen. Er malte eine Serie informeller Bilder, die er 1960 in einer ersten Werkschau in der Galerie Zum Roten Apfel zeigte. Friedensreich Hundertwasser, der auf den jungen Maler aufmerksam geworden war, lud ihn in sein Bauernhaus nach Bellême in der Normandie ein. Der Kontakt mit Hundertwasser bewirkte einen Wandel im Malstil von Barabbas. Pop Art, mexikanische oder indianische Volkskunst, Surrealismus, Art Brut oder die Magie des Orients ließ er in seine Arbeiten einfließen; dabei blieb er dennoch Zeit seines Lebens, wie er selbst sagte, ein Tachist Automatist at Heart. Von 1961 an zählte Barabbas zu den Protagonisten der Galerie Zum Roten Apfel. In dieser Zeit erfolgten auch seine ersten Auftritte als Jazzmusiker mit Walter Muhammad Malli und Richard Ahmad Pechoc, die den Grundstein für die Masters of Unorthodox Jazz bildeten.

1965 übersiedelte Barabbas in die Villa seiner Mutter nach Reichenau an der Rax. Auch Othmar Zechyr lebte mit seiner Familie zwei Jahre lang in diesem Haus. Ernst Fuchs, Walter M. Malli, Richard A. Pechoc und Heinz Stangl kamen oft zu Besuch. Es war sogar die Gründung einer Künstlerkolonie geplant.

Der amerikanische Free-Jazz-Schlagzeuger Sunny Murray engagierte Barabbas im November 1968 für zwei Konzerte im Wiener Konzerthaus. Im darauf folgenden Jahr produzierte Barabbas die erste österreichische Freejazz-LP Overground mit den Masters of Unorthodox Jazz (mit Harun Ghulam Barabbas, Altsaxophon, Alaedin Adlernest, Fagott, Richard Ahmad Pechoc, Klavier, Toni Michlmayr, Bass, und Walter Muhammad Malli, Schlagzeug). Für das Cover stellte Arnulf Rainer eine teilübermalte Grafik zur Verfügung, Gerhard Trumler fotografierte die Masters und Claus Pack verfasste den Hüllentext. Es folgten Konzerte im Wiener Konzerthaus und im Museum des 20. Jahrhunderts. 1971 kam es zur Einspielung des Albums Vienna Jazz Avantgarde, einer Doppel-LP der Masters of Unorthodox Jazz mit Fritz Novotnys Reform Art Unit.

1969 erhielt Barabbas den Preis des Wiener Kunstfonds für bildende Kunst der Zentralsparkasse Wien. Ab 1970 war er Mitglied der Künstlergruppe Der Kreis. Malte Barabbas anfänglich kleinformatige Bilder, so waren die 1970er Jahre von monumentalen Werken geprägt. 1975 wurde das 200 m² große Gemälde Big-Bang, auch Genesis genannt, das der Einheit der Menschheit gewidmet ist, im Wiener Künstlerhaus im Rahmen einer Barabbas-Retrospektive ausgestellt. 1977 kam es nach seinem Aufenthalt in New York City zu einem Stilbruch von leuchtend bunten zu dunklen Farben. Diese Werkphase dauerte sieben Jahre (1977–1984).

Seine Bilder wurden wieder farbiger, als er 1986 nach Bali übersiedelte, wo er sich infolge eines vom Unterrichtsministerium geförderten transkulturellen UNESCO-Austauschprogramms drei Jahre lang aufhielt und mit der Udayana-Universität in Denpasar zusammenarbeitete.

Von Bali zog er 1989 nach Australien. Dort ließ sich Barabbas in Bendigo, einer ehemaligen Goldgräberstadt im Bundesstaat Victoria, nieder. Indem er den australischen Kontinent auf seine Weise – in Bildern – eroberte, schuf er virtuose Metaphern der Existenz. „Biomorphe Gestaltfindungen bringen den zyklischen Ablauf des Lebens, dessen Auferstehung aus Abgestorbenem zum Ausdruck. Sie lassen in flammenden Feuerzungen die Dynamik des Seins erkennen…“

Am 10. Jänner 2009 starb Barabbas in seinem Haus in Bendigo.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Claus_Mayrhofer_Barabbas