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Viktor Lederer
Lebensdaten: 1935 Wien - 2017 Wien
Biographie: Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien,
Meisterklasse für Malerei bei Professor Franz Elsner
1960 Meisterschulpreis der Akademie der Bildenden Künste in Wien
1960 – 1965 erstes eigenes Atelier in Wien,
in den 60er und 70er Jahren Einzelausstellungen und zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen, z.B. Secession, Wiener Künstlerhaus
1964 Mitglied des Wiener Künstlerhauses
1970 Preis der Stadt Wien
1980- 1985 gemeinsame jährliche Atelierschau mit Diana Lederer-Chesham in den Sommerateliers in Schlaining und Rechnitz
1982 Personale im Ethnographischen Museum Schloss Kittsee
1987 Personale in der Burgenländischen Landesgalerie, Schloss Esterhazy, mit nachhaltigem Erfolg
Seither eine Vielzahl von Einzelausstellungen in ganz Österreich davon vier in der Galerie Lehner in Wien und Linz wie z. B. die Jubiläumsausstellung anlässlich seines 70. Geburtstags 2005 eröffnet von Dr. Helmut Zilk.
Neben zahlreichen Katalogen erschienen 2000 und 2003 zwei Monographien mit Texten von Brigitte Marschall.
Viktor Lederer lebt und arbeitet in Wien

Über fünfzig Schaffensjahre sind ein würdiger Zeitraum für eine breit angelegte Retrospektive eines der Hauptvertreter des österreichischen Post-Expressionismus, der in der Nachkriegszeit mit Malern wie Karl Stark, Franz Grabmayer und Hans Andreas eine Tradition der expressiven Bildauffassung in Österreich fortgeführt und ihr wesentliche neue Impulse gegeben hat.
Das Frühwerk Viktor Lederer ist eine Hommage an das Burgenland, das ihm seine zweite Heimat wurde. Mit großer Empathie und expressiver Farbigkeit entstehen eindringliche Porträts der einfachen Dorfbewohner von Schlaining und Rechnitz sowie deren Bauernhäuser. Die Arbeiten sind zu einem großen Teil mittlerweile im Besitz des Volkskundemuseum und werden wohl in den nächsten Generationen unseren Blick auf diese Epoche prägen.
Lederers Gesamtwerk widerstrebt sich dem Theoretischen und Konzeptionellen und baut stattdessen auf eine direkte sinnliche Wahrnehmung. So setzt er in seinen Landschaftsbildern Monumentalität, Kraft, Licht und Urgewalt direkt mit Pinsel und Spachtel um. Ein a priori unspektakulärer Steinbruch, ein einfacher Abhang oder ein nicht unbedingt postkartentauglicher Landschaftsausschnitt genügen Lederer um mit malerischen Mitteln Empfindungen zwischen mystischer Ruhe oder unruhigem Brennen hervorzurufen. Auch große Fromate überzeugen mit einer flächendeckenden Spannung. Der Duktus des Künstlers setzt der Naturgewalt einen würdigen Kontrapunkt.
Sinnlichkeit statt Konzept sind auch die Prämissen bei den Akten und Stillleben von Viktor Lederer. In den zahlreichen Akten geht es ihm nicht um ein psychologisches Porträt sondern um eine Fleischwerdung seiner Modelle auf der Leinwand. Dabei tastet sich Lederer oft bis an eine fast abstrakte Auffassung heran; seine Akte verfließen zu einer Sinneslandschaft oder zur abstrakten Skulptur. Es ist die Energie und Schaffenskraft des Malers, die seinen Akten auf der Leinwand Leben einhaucht.
Die Werkgruppe der sogenannten Architekturbilder spielt eine besondere Rolle im Oeuvre Lederers, was sich an den euphorischen Kritiken aber auch ganz handfest am kommerziellen Erfolg dieses Werkblocks zeigte. Verinnerlichung ist die Prämisse dieser Arbeiten, die einer verlorenen Zeit ein Denkmal setzt. Lederer arbeitet entgegen seiner üblichen Auffassung mit verhaltenem Duktus und theatralischem Licht mit sehr eingeschränkten Farbpaletten. So gibt er der Gebäudehülle eine eigene Aura und lässt die Flächen vibrieren. Wie Monumente aus einer längst vergangenen Zeit erscheinen so die Gutshäuser des Burgenlands.

Quelle: http://www.galerielehner.at/data/artistPdf/Viktor_Lederer.pdf