Navigation überspringen
Doppelselbstportrait
Datierung: 1974
Person:
Maße: 180 x 180 cm
Material/Technik: Öl auf Leinwand
Creditline: Artothek des Bundes
Beschreibung: Die Malerin, Grafikerin und Filmemacherin Maria Lassnig gilt als eine der wichtigsten Vertreterinnen der Nachkriegsmoderne in Österreich. Der experimentelle Charakter ihres von Informel und Surrealismus beeinflussten Frühwerks lässt sich in der Arbeit "Kopf", einer Komposition aus abstrakten Farbfeldern, ablesen. Der Titel verweist bereits auf das eigentliche Thema der Künstlerin: Körperliches und Körperempfinden. In Lassnigs unverwechselbarer Bildsprache und expressiver Farbgebung zeigt "Doppelselbstporträt mit Kamera" eine gleich zweifache Selbstbespiegelung. Auf der Leinwand im Bildhintergrund stellt Lassnig sich mit einer Filmkamera dar, die davor sitzende Figur zeigt ebenfalls die Künstlerin, den Kopf nachdenklich auf die Handfläche gestützt. Die Gesichtszüge verschwimmen zusehends, die Kopfform erinnert an ein Balgengerät für Fotoapparate. In Lassnigs „Körperbewusstseinsmalerei“, ihrer intensiven Auseinandersetzung vor allem mit dem eigenen Körper, treffen Fremd- und Selbstwahrnehmung aufeinander, nimmt das Innenleben Gestalt an.

Text: Kerstin Krenn
Objektnummer: 15781