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Nafplio – Athena 1
Datierung: 2017
Person:
Maße: Installation: 110 × 150 × 5 cm
Material/Technik: Neonröhren, Verkabelung, Trafo, Lack auf Holz
Creditline: Artothek des Bundes
Beschreibung: Inspiriert von einer Industrielandschaft zwischen Athen und Nafplion entstand die Serie Nafplio – Athena (1-4). Die ausgebleichten Container blitzen in bunten Zuckerlfarben neben der Autobahn auf. Am Steuer sitzend konnte ich nicht genau schauen, aber die paar Sekunden meines zweiten Blicks blieben mir stark in Erinnerung. Es waren die Farben, ausgebleichte Tanks in grün, gelb und rosa, die durch rot-weiß gestreifte Rohre verbunden waren, die mich an einen Vergnügungspark erinnerten. Die Ambivalenz, dass es ein Vergnügungspark oder auch ein Industriegebiet sein konnte, ließ mich nicht mehr los.
In Nafplion angekommen widmete ich mich der Olivenernte. Und wieder, die Ambivalenz – diesmal zwischen Natur und Industrie.
Der Geruch von Olivenöl steigt mir in die Nase. Es ist aber mehr als nur ein Geruch. Feine Ölpartikel verteilen sich in der Luft. An Händen und Armen spüre ich, wie sie sich niederlassen und die Haut geschmeidig werden lassen. Selbst die Lunge bekommt eine Ölkur ab. Inzwischen rattern die Maschinen laut. Die frisch geernteten Oliven hupfen auf dem Säuberungsband herum. Kleine Blätter und Ästchen werden aussortiert. Die Oliven schimmern grün und schwarz gefleckt. Im Sonnenlicht sehe ich den dunstigen Ölschleier aufsteigen.
Meine Gedanken schweifen ab. Ich sitze unter dem hundert Jahre alten Baum, auf einer Plane, die die Ernte trägt und versuche mir vorzustellen, was dieser Baum in all den Jahren erlebt hat.
Und dann das laute Geräusch der Zentrifuge. Das Öl wird aus dem Brei geschleudert und rinnt über dünne Rohre in den Kanister – dickflüssig und grellgrün.

Raphaela Riepl
Objektnummer: 28243