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Gebrüder Spanner
Datierung: 2011
Person:
Maße: Gesamtinstallation ca.: 235 × 315 × 16 cm
Material/Technik: Holz, Bestenstiel, Schaumstoff, Leinen
Creditline: Artothek des Bundes
Beschreibung: Eine mit niemandem geteilte Welt ist keine. Kunst ist eine großzügige Tätigkeit. Es braucht Geduld und die Unterbrechung unserer Vorurteile und Kenntnisse um ihre Ambitionen zu verstehen. Es nimmt auch Zeit in Anspruch zu sehen, wie es Franz Amann gelingt ein Bild herzustellen. Immer auch ein Bild von dem Eigensinn und der Verausgabung die er investiert - in die Sehnsucht und das Angebot seine Welt zu teilen. Er baut einmal mehr an einem Leben des Bildermachers, erfindet sich als Maler neu und verschleiert an keiner Stelle die Endlichkeit, Profanität und Heiterkeit einer solchen Aktivität. Sein Werk weckt die Lust den Begriff der Wahrheit wieder mal nahe ans Unternehmen Kunst zu führen. Stünde es mir zu, ich würde ihm die Gründung eines Realismus von erschütternder Ordnung unterstellen [...].

Auszug aus "Amanns den ganzen Weg nach unten!" von Miras Ropot

Franz Amann ist Maler. Seine Bilder erzeugen keine illusionistischen Räume, sondern versuchen, Objekte an sich zu sein. Sie verweisen auf das Konstituieren von Bedeutung durch Malerei, die als existenzieller Akt begriffen wird. Es mangelt also nicht an künstlerischem Pathos.
Ähnliche Ziele verfolgten abstrakte Maler in den 1960er-Jahren in den USA und verwendeten dafür sogenannte shaped canvases – ver- bzw. geformte Leinwände, die sich der Dominanz des rechtwinkligen Bildes und seiner Tendenz zum Illusionismus entgegenstellten. Donald Judd schrieb 1965 von „spezifischen Objekten“, die weder Malerei noch Skulptur sind, sondern sich zwischen beiden bewegen. Um 2010 herum nehmen die Objekte von Amann häufig Sternform an, was sich in Gebrüder Spanner von 2011 widerspiegelt. Hier hat er das Fragment eines Keilrahmens in Sternform mit einem Besen abgestützt und die dazugehörige Leinwand direkt an die Wand gehängt. Es kommt zu einer Dekonstruktion des shaped canvas, dessen Bestandteile er zu einem Setting arrangiert, das den künstlerischen Alltag mit dem ihn umgebenden Mythos kollidieren lässt. — [Severin Dünser, 04/2016]


Objektnummer: 27883