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passage à l'acte
Datierung: 1993
Person:
Maße: 11 min 18 sec 960 ms; 15 min 33 sec 960 ms
Material/Technik: Video auf DVD-R, PAL, 4:3, SD,b/w, sound, loop, exhibition copy und Video auf Betacam/SP, PAL, 4:3, SD, b/w, sound, archival master
Creditline: Artothek des Bundes
Beschreibung: Das klassische Hollywoodkino und seine wirkmächtigen, oft zutiefst konservativen Filmnarrative sind Ausgangspunkt der Arbeiten des österreichischen Experimentalfilmemachers Martin Arnold. Arnold rückt diesem „Kino der Verdrängung“, wie er es nennt, buchstäblich physisch zu Leibe, wenn er es gnadenlos in seine Grundbausteine – die Einzelbilder einer Sequenz – seziert. In Anlehnung an die Technik des Sampling in der Musik, auf der Genres wie Hip-Hop und Breakbeat basieren, eignet er sich meist wenige Sekunden Material an, die er durch unzählige Schnitte, Wiederholungen und Brüche derart zerstückelt, dass die Protagonist_innen der Filmbilder in dissonanten, spastischen Konvulsionen gefangen bleiben. "Passage à l’acte" beruht auf einer kurzen Szene aus Robert Mulligans Gerichtsdrama "To Kill a Mockingbird" (1962), die für die eigentliche, den Rassismus im US-amerikanischen Süden thematisierende Handlung irrelevant ist. Umso verstörender ist Arnolds audiovisueller Eingriff in die scheinbar alltägliche wie harmlose Konstellation einer typisch amerikanischen Familie am Esstisch, deren psychische Anspannung und unterdrückte Aggression freigelegt werden.

Text: Luisa Ziaja
Objektnummer: 26781